|
Seit Jahren nimmt bei Kindern und Jugendlichen die Entfremdung von Tieren und die Gewaltbereitschaft zu. Hier setzt das Projekt „Tierschutz im Unterricht“ der Pädagogin Charlotte Probst aus Graz an.
Sie vertritt die Auffassung, dass der Tierschutzgedanke in das Feld der Erziehung gehört und als Erziehungsfaktor zu betrachten ist. Unter dem Motto

Charlotte Probst
|
"Tierschutz gehört in den Unterricht" sollen speziell ausgebildete TierschutzlehrerInnen nach Einladung in die Schulen und auch in andere Erziehungsanstalten kommen, um die Kinder und Jugendlichen an den Tierschutz heranzuführen. Entsprechende Unterlagen und mediale Behelfe, Filme, Dias, Musik usw. werden mitgebracht.
Seit 1974 wurde der Tierschutzunterricht auf Österreich und darüber hinaus auch nach Deutschland und der Schweiz ausgedehnt. Fast alle TierschutzlehrerInnen unseres Arbeitskreises wurden bei Charlotte Probst in Graz ausgebildet.
Das Projekt "Tierschutz in die Schulen" ist von einer zentralen Grundidee getragen, die zu einem zeitgerechten Selbstverständnis von Mensch und Tier beiträgt. Diese Grundidee besteht darin, dass Bildung die Einheit von Erkenntnis und Humanität vermittelt. Denn Kultur und Natur gehören unauflösbar zusammen. Der Weltausschnitt, der durch die Welt der Tiere repräsentiert ist, ist auch der Teil, durch den der Mensch erst in die Lage versetzt wird, sich selbst in ein größeres Ganzes sinnvoll einzuordnen.
Herr Prof. Johann Götschl hat dieses Projekt auf der Internetseite "Schüler für Tiere" wie folgt beschrieben:

Univ.-Prof. Dr. Johann Götschl
|
"Dieses Projekt hat eine zukunftsweisende Funktion. Denn die gegenwärtigen Gesellschaften verursachen nicht nur die unermesslichen Brutalitäten an der Tierwelt, sie sind darüber hinaus für diese Brutalitäten nicht erlebenisfähig. Aber wir, die alles bestimmenden Generationen, haben kein Recht, die nächsten Generationen unhinterfragt in die gleichen Lebensformen zu führen. Es ist tiefste menschliche Pflicht, als Prof. Dr. GötschlAusdruck von Kulturhöhe und Humanität, den jungen Generationen die alternativen Möglichkeiten von menschlichen Beziehungen zur Tierwelt zu zeigen, und ihnen damit neue Grundlagen für freie Entscheidungen zu anderen Formen von Zivilisation zu ermöglichen.
Das Projekt hat eine tiefe ethische Dimension. Die Vermittlung von Wissen über die Welt der Tiere an die Kinder leistet einen erheblichen Beitrag zur ethischen Erziehung des Menschen. Denn jede Aussage und Wertung über die Tierwelt ist immer auch eine Wertung für die Menschenwelt. Durch das Projekt „Tierschutz im Unterricht“ wird der junge Mensch auf grundlegende Werte – auf die Zusammengehörigkeit alles Lebendigen – hingeführt. Es wird ihm gezeigt, dass es keine Entscheidung und keine Wertung ohne ethische normen geben kann. Die Brutalitäten und Unrechtmäßigkeiten gegenüber der Tierwelt werden mit unrichtigen und inhumanen Argumenten gerechtfertigt. Man sagt sich, die zivilisatorisch- technokratischen Sachzwänge seien quasi naturgesetzlich notwendig. Alternativen seien nicht gangbar. Aber alle grundlegende Erkenntnis der Gegenwart zeigt uns: Es gibt keine haltbare Rechtfertigung für die Brutalitäten und Zerstörungen an der Tierwelt.
Das Projekt hat eine moderne Weltbildfunktion. Durch die Herstellung von Beziehungen zwischen Mensch und Tier, in denen das Tier in seiner Identität und Autonomie respektiert wird, wird eine Weltanschauung aufgebaut werden können, in der Mensch und Tier, Kultur und Natur verantwortungsvoll entfaltet werden können. Die Schönheit und Humanität, die in der freiwilligen Übernahme von Verantwortung liegt, wird durch ein solches Projekt Kindern gezeigt. Denn Verantwortung hat der Mensch auf jeden Fall, auch dann, wenn er zur Übernahme von Verantwortung nicht bereit sein sollte."
TierschutzlehrerInnen in Ihrer Nähe finden Sie HIER.
|
| Newsmeldung |
|
|
| Termine |
|
 |
|