Der Arbeitskreis deutscher TierschutzlehrerInnen stellt sich vor

Jeder, der sich für Tiere engagiert, kennt die Schwierigkeiten, wenn man am Infostand steht und vorbeischlendernde Mitglieder der Spaßgesellschaft für das Schicksal von Tieren interessieren und womöglich sogar zu eigenen Aktivitäten motivieren will. Wie oft bekommen wir da zu hören „oh nein, da will ich gar nicht drüber nachdenken, das ist so schrecklich, das belastet mich zu sehr“ und weg sind die Zeitgenossen.
 

 Tagung des Arbeitskreises in Dorfen

Gerechtigkeit

Viele Menschen sind grausam gegen Tiere in den verschiedensten Lebensbereichen. Dort, wo Tiere uns ähnlich oder gleich sind, sollten sie auch ähnlich oder gleich behandelt werden, vor allem aber dürfen sie nicht gequält werden. Wenn wir Menschen auch mächtiger sind, so gibt uns das zwar eine Verpflichtung zu ihrer Fürsorge, jedoch kein Recht, diese Macht zu missbrauchen. Wir Tierschutzlehrer setzen uns für die normalste Sache der Welt ein, nämlich: Gerechtigkeit für Wehrlose.

 

Irgendwo anfangen...

Die Vermittlung von Achtung und Respekt dem Leben gegenüber, insbesondere dem schmerz- und leidensfähiger Tiere, macht einen wesentlichen Teil unserer Lehrtätigkeit aus. Der Arbeitskreis informiert darüber hinaus auch über Tiermissbrauch in den verschiedensten Bereichen. So erarbeiten wir nach und nach Lebenssituationen in denen Tiere gequält werden. Fast überall,  wo man unbefangen die Situation von Tieren zu beleuchten beginnt, trifft man auf Tierleid. Und ausgehend von einer bestimmten Form des Tiermissbrauchs  führt der Weg fast automatisch zu anderen Formen. Behandelt man z.B. das Thema Tierversuche, so taucht jedes Mal unweigerlich die Frage auf: Wenn wir Tierversuche ablehnen, dürfen wir dann Tiere töten, weil wir sie essen möchten? So greifen viele Themen ineinander.



 

Bei einem Tierschutz-Malwettbewerb, den die Tierschutzlehrerin Roswitha Folkers-Wein unlängst initiierte, belegte die 12-jährige Jantje aus Schortens mit diesem beeindruckenden Bild zum Thema "Massentierhaltung" den ersten Platz in ihrer Altersgruppe. (Foto : Eckhard Wendt/Stelle, AGfaN)



Wir sind verantwortlich

Unserer Ansicht nach ist es essentiell, in Schulen darüber zu informieren, wie unsere Gesellschaft mit Tieren umgeht. Da die grausamsten Quälereien hinter verschlossenen Türen geschehen, lassen sie sich allzu leicht geheim halten oder verdrängen. Wir machen deutlich, dass wir alle dafür verantwortlich sind, wie mit Tieren in unserer Gesellschaft umgegangen wird und, dass sich daran nur etwas ändern wird, wenn wir alle etwas dagegen unternehmen. Dabei stellen wir auch die vielen Vorteile in den Vordergrund, die unser Engagement für Menschen hat. Dinge wie Nachlassen des Ohnmachtgefühls, Gedankenaustausch mit Gleichgesinnten, Selbstschutz in Gesundheitsfragen, sinnvolle Freizeitgestaltung, Selbstsicherheitstraining, Hilfsbereitschaft der Mitstreiter usw. Tierschutz in der Schule bildet einen Gegenpol zu Gewalttendenzen, erzieht zur Nächstenliebe und zu Verantwortungsgefühl. In der Schule finden wir nahezu ideale Voraussetzungen für ein Engagement für die Schwächsten der Gesellschaft, die Tiere, vor.

Schüler nicht allein lassen
Uns ist wichtig, dass nach Schulveranstaltungen kein übler Nachgeschmack bleibt. Schüler dürfen betroffen sein, auch traurig über das was geschieht. Es ist ja traurig, was Menschen mit Tieren tun. Es ist die Wahrheit, die sie auch im Internet oder im Fernsehen ansehen können. Im Gegensatz zu Internet oder Fernsehen lassen wir sie mit dem Wissen um diese Dinge aber nicht allein, sondern sprechen mit ihnen darüber, wie wir den Tieren helfen können. Sie sollten nicht deprimiert und hoffnungslos sein. Wir bemühen uns, ihre Betroffenheit darüber, wie selbstverständlich Menschen Tiere quälen, die Empörung und auch ihre Wut in positive Energie für Tiere umzuwandeln. Wir sind davon überzeugt, dass wir die Macht haben, die Welt positiv zu verändern. Ein sehr erfolgversprechender Ansatz dazu ist Jugendarbeit

Ein Gegengewicht setzen!
Tiernutzer verbreiten ihre Propaganda seit Jahren auch in Schulen. Allen diesen Veranstaltungen ist gemein,  dass sie einen Riesenerfolg haben, weil sie die Tierliebe der Kinder und Jugendlichen ansprechen. Und, dass sie eine gute Presse bekommen, denn die Kombination Kinder und Tiere ist allgemein beliebt. Wir bitten jeden, der etwas für Tiere tun will, sich für gute Aktionen in Schulen zu engagieren. Nur wenn wir flächendeckend eingreifen, energisch ein Gegengewicht schaffen, haben die Schüler die Möglichkeit , die  Werbung der Tiernutzer als das zu erkennen, was sie ist: Bemühungen, die Tierausbeutung in unserer Gesellschaft schönzureden und weiter fortzusetzen.

Sie werden uns nicht vergessen
Dabei brauchten wir gar nicht so wie Tiernutzer aufzutreten, wenn wir wirklich engagiert sind, dann merken die Kinder das und unsere eigene Überzeugung, eine fest verwurzelte Gewissheit, dass man Tiere nicht quälen darf, überzeugt die sensiblen und aktiven von ihnen davon, dass wirklich etwas getan werden muss. Aber auch die weniger sensiblen und eher passiven, werden unsere Worte nicht vergessen und sich später bei passender Gelegenheit daran erinnern. 

Auch für uns selbst bringt die Arbeit mit Jugendlichen viele Vorteile. Man bekommt so viele Fragen gestellt, dass es mit der Zeit kaum noch etwas gibt, worauf man keine Antwort weiß. Vor allem aber haben wir persönliche Erfolgserlebnisse ohne die keiner auf Dauer erfolgreich für Tiere aktiv sein kann.

 

Den Tierschutzgedanken in Schulen stärken

Die meiste Arbeit wird ehrenamtlich geleistet, wobei einige Vereine Materialkosten oder ähnliche Dinge übernehmen. Dadurch sind unseren Aktivitäten natürlich zeitlich und finanziell enge Grenzen gesetzt. Trotzdem tun wir im Rahmen unserer Möglichkeiten alles, damit es Tieren besser geht und Kinder mit dem Wissen um die Grausamkeiten an ihren Freunden, den Tieren, nicht allein gelassen werden. Unsere Treffen dienen dem Erfahrungsaustausch und dazu, Strategien zu entwickeln, mit deren Hilfe der Tierschutzgedanke in den Schulen gestärkt werden kann.

 

Tiere können sich nicht wehren, aber wir können ihnen helfen!

 




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